Verkehrswende – Jetzt!

Unter diesem Motto demonstrierten am 8. Mai 2022, dem Sonntag vor der NRW-Wahl, laut WDR ca. 5.000 Menschen auf der Wiese vor dem Düsseldorfer Landtag.

Sie forderten eine konsequente Verkehrswende weg von der Dominanz des Autos und hin zu einer klima- und menschenfreundlichen Mobilität. Dazu gehören neben besseren Bedingungen für Fußgänger und Radfahrenden vor allem auch ein deutlich besserer, verlässlicher und preisgünstiger ÖPNV, also Busse und Bahnen in der Stadt und besonders auch im ländlichen Raum.

Teilnehmer*innen der Verkehrswende-Demonstration und ein großer Luftballon in Form eines PKWs, der auf sein Dach gewendet wurde
Das Wort Verkehrswende ein Mal bildlich dargestellt….

Unsere Anreise mit der Bahn

Das würden auch die Teilnehmer*innen von der Oberen Sieg gerne so unterschreiben: Zwar konnten sie bequem (na ja, es war Sonntag und der RE9 fuhr um 7.49 Uhr ab Schladern…) mit ihren Rädern in der Bahn bis nach Porz anreisen, um dort um 9 Uhr den Fahrrad-Zubringerzug von Bonn über Köln und Leverkusen nach Düsseldorf zu treffen. Der reguläre Fahrpreis beträgt für diese Strecke 11,90€ plus 3€ fürs Rad – die ersten 15€ waren also schon weg, als wir uns auf die Räder setzten. Aber immerhin kam man bequem und sogar pünktlich in einem noch ziemlich leeren Zug an.

Ab Porz mit dem Fahrrad nach Düsseldorf

Anschließend fuhren wir in Polizeibegleitung auf Hauptstraßen ohne Rücksicht auf rote Ampeln oder normalerweise vorfahrtsberechtigen Autofahrern (manche höre ich sagen: …also wie immer!) in einer bei jedem Halt immer größer werdenden Gruppe bis in die Landeshauptstadt. Für uns waren das ab Porz etwa 55km und bei angenehmem Tempo mit einigen Pausen knapp 4 Stunden Fahrzeit, bis wir als riesiger Zug aus dem Rechtsrheinischen und Bergischen Land auf die Landtagswiesen einbogen. Dort hörten wir Redner und Rednerinnen, die das Nichtstun der Bundes- und Landesregierungen und vor allem der unterschiedlichen Verkehrsminister (darunter auch Hendrik Wüst in NRW) zugunsten einer zukunftsfähigen Mobilität anprangerten. Besonders die Bestsellerautorin Katja Diehl („Autokorrektur“) aus dem VCD-Vorstand begeisterte mit ihren Forderungen nach einem gerechten, inklusiven, preisgünstigen und verlässlichen ÖPNV. Zwischendurch gab es auch eine LaOla-Welle, mit der die Idee der Verkehrswende von der Bühne endlich auch bis zum gegenüber gelegenen NRW-Verkehrsministerium in einer Riesenwelle herübergespült werden sollte. Wir werden sehen, ob’s etwas genützt hat….

Zum Abschluss begaben sich Tausende Radler*innen auf eine 18km-Runde durch die Düsseldorfer Innenstadt.

Rückfahrt mit Herausforderungen

Den Heimweg ab Düsseldorf Hauptbahnhof konnten wir dann wieder „in vollen Zügen genießen“.

Am Fahrkartenautomaten hätte die Einzelfahrt zurück nach Eitorf oder Schladern 25,50€ gekostet oder als „SchönerTag-Ticket“ 20,60€. Den Preis für die Fahrradmitnahme konnten wir, obwohl studierte und eigentlich bahnaffine Menschen, am Automaten oder in der Bahn-App leider nicht herausfinden. Später gelang es am VRS-Automaten: 4,80€ Fahrrad-Tagesticket NRW.

Bei einer Rückfahrt für 25-30€ kommt man für den Tag auf ca. 45€ an Fahrtkosten mit der Bahn – kein ganz billiger Demo-Tag also, wobei wir uns sogar den Kaffee und eine süße Belohnung am Demonstrationsort verkniffen. Dies allerdings weniger wegen der gesalzenen Preise – die Warteschlangen waren schlicht zu lang.

Nach Hause jedenfalls kamen wir abends mit der erneuerten Gewissheit, dass es für unsere Teilnahme an der Demo ganz gute Gründe gab.

Text: Dieter Zerbin

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