Balkonkraftwerk in Windeck: Fazit nach einem Jahr

Zwei Solarpanels, die an einer hölzernen Terrassenbrüstung befestigt sind

Im Februar 2023 installierte ein Mitglied der Klimainitiative an seiner Terrasse ein Balkon-Solarkraftwerk und berichtete hier über seine Erfahrungen beim Aufbau.

Nun ist ein Jahr vergangen und Zeit für eine Zwischenbilanz.

Produktion

Meine Produktionsschätzung hatte ich sehr vorsichtig mit 400 kWh angesetzt. Tatsächlich hat die Anlage nach 365 Tagen 601,7 kWh produziert. Davon wurden 371 kWh eingespeist, d. h. 230 kWh haben wir selbst verbraucht. Die Eigenverbrauchsquote ist mit 38% relativ gering. Und das obwohl ich im Homeoffice arbeite und darauf geachtet hatte Waschmaschine und Geschirrspüler möglichst bei Sonnenschein anzustellen. Vermutlich liegt das daran, dass wir insgesamt relativ wenig Strom verbrauchen. Im Abrechnungszeitraum 2022, also bevor das Balkonkraftwerk installiert wurde, lag der Stromverbrauch unseres 2-Personenhaushalts bei 1565 kWh im Jahr.

Die Grafik zeigt die Gesamtproduktion von 601,7 kWh und die die monatliche Produktion für das Jahr 2023.
Die Säulen stellen die monatliche Stromproduktion für das Jahr 2023 dar. Oben steht die Gesamtproduktion zum Stichtag 14.02.2024 laut der Überwachungsapp. Wahrscheinlich hat das Kraftwerk aber noch mehr Strom produziert als hier angezeigt, denn unser Jahresverbrauch lag deutlich unter dem des Vorjahres.

Ersparnis

Für 2023 hat unser Stromversorger nur noch 1024 kWh in Rechnung gestellt, also 541 kWh weniger als im Jahr zuvor. 180€ haben wir zurückbekommen. Das ist überraschend viel Ersparnis und das obwohl unser Abrechnungszeitraum im September endet. Die abgerechneten Monate Oktober 2022 bis Januar 2023 hatte das Kraftwerk also noch gar nicht unterstützt. Erwartet hatte ich daher eine Ersparnis von ca. 200 kWh. Das wäre nämlich der Betrag, den wir bis September durch unser Kraftwerk selbst erzeugt und verbraucht hatten. Dass wir nun so viel weniger verbraucht hatten, kann ich mir in erster Linie nur damit erklären, dass das Kraftwerk tatsächlich mehr Strom erzeugt als die Überwachungsapp anzeigt. Neue Stromsparmaßnahmen hatten wir nämlich keine getroffen.

Fazit

Angenommen wir sparen auch in den kommenden Jahren um die 180€ pro Jahr an Stromkosten, dann hätte sich das Kraftwerk nach ca. 4,5 Jahren amortisiert. Ursprünglich war ich von 8 Jahren Amortisationszeit ausgegangen. Wenn man nun noch berücksichtigt, dass vergleichbare Anlagen mit Halterungen mittlerweile für 500€ zu haben sind (ich hatte noch 800€ insgesamt bezahlt), dann hätte sich eine neue Anlage bei uns schon nach ca. 3 Jahren amortisiert. Schafft man noch eine höhere Eigenverbrauchsquote oder hat das Glück eine Förderung für ein Balkonkraftwerk zu erhalten, dann würde sich die Amortisationszeit nochmals drastisch verkürzen.

Ich kann daher nur jedem raten: wer die Möglichkeit hat ein Balkonkraftwerk an einem geeigneten Standort zu installieren, der sollte das unbedingt tun. Es lohnt sich für den Geldbeutel und für das Klima.

Text: Ingmar Steinicke

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